Bukarest, 14. September. Die Kulturwoche Woche, das beliebteste Kulturfestival der Siebenburger Sachsen aus aller Welt, kehrt 2027 zurück, vom 5. bis 8. August in die Dörfer zwischen Kronstadt, Hermannstadt und Schassburg, wo sich der historische Kern dieser Gemeinschaft befindet: Deutsch-Kreuz, Hamruden, Deutsch-Weißkirch, Keisd, Klosdorf, Bodendorf, Meschendorf, Reps, Arkeden und Radeln.
Es wird eine Jubiläumsausgabe sein, die 15. in Folge, die 15 Jahre ununterbrochenen Bestehens dieses Festivals markiert, das die Geschichte und Traditionen der siebenbürger-sächsischen Gemeinschaft feiert. Im Laufe von 800 Jahren haben die Siebenburger Sachsen im Herzen Siebenbürgens eine ländliche Kultur mit deutscher Sprache und Tradition geschaffen, die in Osteuropa einzigartig ist und deren materielles und immaterielles Kulturerbe eine außerordentlich reiche Ressource und zugleich eine Brücke zu den deutschsprachigen Gebieten Westeuropas darstellt.
In den 14 Jahren seines Bestehens hat das Festival „Kulturwoche Haferland“ der Öffentlichkeit wieder sehr wichtige Themen ins Bewusstsein gerückt, wie beispielsweise die Sicherung der Kontinuität des deutschsprachigen Bildungsangebots in der siebenburgisch sächsischen Gemeinschaft, den Schutz des architektonischen Erbes, die Unterstützung öffentlicher und privater Programme zur Restaurierung sächsischer historischer Denkmäler oder die Entwicklung der lokalen Wirtschaft. Gleichzeitig trägt die Wiederbelebung des Kulturtourismus zur Aufwertung des lokalen Kulturerbes bei. Die Dörfer im Haferland bieten hierfür anschauliche Beispiele mit ihren Festungen und Kirchenburgen, den ehemaligen Pfarrhäusern und den restaurierten traditionellen Gehöften wie dem Casa Kraus in Deutsch-Kreuz, das den Gästen einen authentischen Einblick in das Leben eines siebenbürgischen Dorfes gewährt. Gleichzeitig bringt das Festival Menschen aus verschiedenen Kulturen, Generationen und Bereichen zusammen und bietet Raum für Dialog, den Austausch von Perspektiven und ein besseres gegenseitiges Kennenlernen. Traditionell finden im Rahmen des Festivals die jährlichen Treffen des Deutsch-Rumänischen Forums für bilaterale Kooperation (FCBRG) statt, einer Einrichtung, deren Aufgabe es ist, den Dialog zu wirtschaftlichen und kulturellen Themen zwischen Deutschland und Rumänien aufrechtzuerhalten.
Die Haferland-Woche 2026, die vom 6. bis 9. August stattfand, wurde durch die Anwesenheit hochkarätiger Gäste geprägt – des Präsidenten des rumänischen Senats, S.E. Mircea Abrudean, und von Nadia Comăneci, einer Legende des Weltsports, unter deren Schirmherrschaft die diesjährige Ausgabe des Festivals stattfand. Zudem verzeichnete diese Ausgabe einen historischen Besucherrekord: Fast 10.000 Besucher nahmen an über 60 Veranstaltungen teil.
„Im Jahr 2027 möchten wir den Besuchern neben den bereits etablierten Veranstaltungen, die allen Besuchern bekannt sind und von ihnen geschätzt werden – wie die Konzerte mit traditioneller Blaskapellenmusik, Jazz, der traditionelle sächsische Ball oder die Paraden – neue Überraschungen bieten“, erklärte Michael Schmidt, Vorsitzender der Michael-Schmidt-Stiftung und Mitbegründer des Festivals. „Jedes Jahr nehmen wir neue Elemente in das Programm auf, die oft von sächsischen Traditionen inspiriert sind. Einige dieser neuen Initiativen, wie beispielsweise die Wanderung zur Zufluchtsburg Saschiz, kamen beim Publikum so gut an, dass sie bereits fester Bestandteil des jährlichen Programms geworden sind. Wir möchten auch im nächsten Jahr wieder mit weiteren solchen Überraschungen aufwarten, damit die Festivalgäste die Gelegenheit haben, die Schönheit und die außergewöhnlichen Schätze der sächsischen Kultur in Siebenbürgen zu entdecken.“
Im Rahmen der Kulturwoche Haferland 2026 fand zum dritten Mal in Folge „Youth Haferland“ statt, ein Bildungs- und Abenteuercamp für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 24 Jahren, das den Teilnehmern interkulturelle Erfahrungen und die Entdeckung des lokalen Kulturerbes ermöglicht. Das Projekt ist eine Partnerschaft zwischen der Michael-Schmidt-Stiftung und der Stiftung „The Duke of Edinburgh’s International Award Romania“. An der diesjährigen Ausgabe von „Youth Haferland“ nahmen erstmals zwei ausländische Teams aus Bulgarien bzw. Tschechien neben dem Team aus Rumänien teil.
Das weltweit durchgeführte Programm „The Duke of Edinburgh’s International Award“ bietet internationale Anerkennung und einen strukturierten Rahmen für Aktivitäten der nichtformalen Bildung für Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahren. Auf internationaler Ebene steht das Programm unter der Schirmherrschaft von Seiner Königlichen Hoheit, dem Herzog von Edinburgh, und auf nationaler Ebene unter der Schirmherrschaft von Ihrer Majestät Margareta, der Kronverwalterin von Rumänien.
Die Veranstalter des Festivals, die Michael-Schmidt-Stiftung und die Tabaluga // Peter-Maffay-Stiftung, werden von folgenden Partnern unterstützt: Demokratisches Forum der Deutschen in Siebenburgen, Verband der Siebenbürger-Sachsen in Deutschland, Evangelische Kirche A.B. in Rumänien, vertreten durch das Bezirkskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. Kronstadt, Kulturwerk der Siebenbürger-Sachsen in Bayern, Mihai-Eminescu-Trust-Stiftung, ADEPT-Transilvania-Stiftung, Verein Nowero, Stadtverwaltung Reps, Verein „Entdecke Archita“, Burgermeisteramt Vânători (Kreis Mureș), Burgermeisteramt Keisd (Kreis Mureș), Verein „Nachbarschaft der Frauen aus Keisd“, Burgermeisteramt Bodendorf (Kreis Brașov) sowie das Casa Kraus (Deutsch-Kreuz, Kreis Kronstadt).

